Pueblo Español
Das spanische Dorf
Text & Fotos mit freundlicher Genehmigung von Pueblo Español
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Der Architekt
Fernando Chueca Goitia, Preisträger des Antonio-Camunas-Architektur-Preises, wurde am 29. Mai 1911 in Madrid geboren. Er studierte Architektur in der spanischen Landeshauptstadt Madrid und beendete sein Studium 1936.
Zu seinen bekanntesten Bauwerken zählen das Lazaro Galdeano Museum und die Kathedrale Nuestra Senora de Almudena in Madrid, der Sitz der Baskischen Regierung in Bilbao, das Hostal del Cardenal in Toledo, die Bank von Malaga in Antequera, die Hauptfilialen der Bank von Santander in Vitoria und Valladolid und die Bibliothek der Philosophie- und Sprachfakultät in Salamanca. Außerdem entwarf er eine Vielzahl Privathäuser und kleinere Bauten, darunter z. B. das Familiengrab der Bankiersfamilie Botin in Santander und das Landhaus des ehemaligen Stierkämpfers Lius Miquel Dominguin, "La Companza", in Quismodo bei Toledo.
Fernando Chueca Goitia konnte sich des weiteren durch Restaurierungsarbeiten auszeichnen, unter andererm an der Kathedrale und an der Kirche von la Merced in Tarazona (Saragossa), den Kathedralen yon Valencia und Palencia, den Kirchen Torralba de Ribota, San Ildefonso und San Miquel in Saragossa, beim Kloster Santa Maria de la Real in Najera (Logrono) und beim Haus der Siete Chimeneas (Sieben Kamine), der Industriekammer und dem Romanischen Museum in Madrid. Das Spanische Dorf in Palma de Mallorca kann als eines seiner wichtigsten Werke betrachtet werden. Das Vorbild lieferte das 1929 in Barcelona erbaute "Spanische Dorf" . Allerdings besteht ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Anlagen. Das Dorf der katalanischen Metropole wurde aus "künstlichen" Baumaterialien errichtet. Beim Bau in Palma achtete man dagegen auf unterschiedliche Baumaterialien. Fernando Chueca Goita verwandte deshalb verschiedene Standsteinsorten Mallorcas: aus Santanyi, Campos, Porreres und Binisalem. Die mallorquinischen Sandsteine werden mit der Zeit immer härter. Auch der Granit aus Galizien oder die Kalkerde aus Cordoba fanden beim Spanischen Dorf Anwendung.

Die Idee
Die Idee, das Pueblo Español (Spanische Dorf) zu realisieren, entstand in den 1960er Jahren. Der Bau wurde von der Conextur S.A. geplant. Fernando Chueca Golitia, Dozent der Madrider ArchitekturHochschule und Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst in Madrid, wurde mit den Bauplänen beauftragt.
Mit diesem Bauprojekt verband man die Absicht, das historisch-architektonische bzw. -künstlerische Gesicht Spaniens den Besuchern der Ferieninsel Mallorca nahezubringen. Der Kongreß-Palast sollte für internationale Festivals, Kongresse und Großveranstaltungen genutzt werden. Fernando Chueca beabsichtigte daher, ein  Freilichtmuseum  in seiner Vielheit und den typischen Merkmalen seiner unterschiedlichen Regionen zu entwerfen.
Nach Fertigstellung der Entwürfe begann das Bauunternehmen Rodolfo Lama-Construcciones S.A. aus Galizien im März 1965 mit den Bauarbeiten. Nach zwei Jahren Bauzeit konnte das Spanische Dorf einschließlich des Kongreß-Palastes fertiggestellt werden. Am 10. März 1967 wurde das Pueblo Español eingeweiht. Die Feierlichkeiten wurden - da es regnete - im großen Saal des Kongreß-Palastes abgehalten. Pedro Sales, Präsident des Aufsichtsrates von CONEXTUR konnte mehr als 2.000 Gäste begrüßen. Unter ihnen befanden sich der Staatssekretär für Fremdenverkehr, Antonio Garcia y Rodrfguez Acosta und alle lokalen Persönlichkeiten.
Später erwarb der Verband der Spanischen Sparkassen das Spanische Dorf. Im April 1998 übernahm die spanische Sparkasse Sa Nostra das Pueblo Español. Seit Oktober 2003 ist eine private Investorengesellschaft Eigentümer des gesamten Komplexes.


Die Anlage
Das Spanische Dorf in Palma wirkt von außen wie eine mittelalterliche Stadt, die von einer Stadtmauer umgeben ist. Die Architekturmotive stammen aus allen Teilen Spaniens. Sie wurden im verkleinerten Maßstab nachgebaut.
Von der Vielzahl der Baubeiträge aus den verschiedenen autonomen Regionen Spaniens stammt nur ein Motiv aus den Balearen. Dabei handelt es sich um die gotische Galerie des Can Moragues in Palma. Sie befindet sich nur wenige Meter vom Haupteingang entfernt, kurz vor der Verbindungsbrücke zwischen dem Dorf und dem Kongreß-Palast.
Tausende Fotografien dienten als Vorlagen, um mehr als 3.000 Baupläne für die verschiedenen Gebäude des Dorfes heranreifen zu lassen. Bei einigen Bauten, wie z. B. der Christus-Figur aus Cordoba (Cirsto de los Faroles), mußten Nachbaubewilligungen eingeholt werden.
Das Gelände des Pueblo Español nimmt eine Fläche von mehr als 26.500 qm ein. Das Baumaterial entspricht demjenigen eines Wolkenkratzers auf einer Fläche von 500 qm mit 41 Stockwerken.
Das Dorf selbst besitzt rund 600 qm Kellergeschoß, 6.500 qm Erdgeschoß und 700 qm Innenhöfe. Die Gassen und Plätze nehmen über 2.800 qm ein. Der Kongreß-Palast besitzt einen Keller von etwa 2.000 qm und ein Hauptgeschoß von 5.000 qm Fläche.
Für die Errichtung der großzügigen Anlage wurden über 4.500 Tonnen Zement, 4.500 Tonnen Beton, 21.500 Tonnen Sand und Kies, mehr als 250.000 Dachziegel und mehr als 2,3 Millionen Fliesen verarbeitet. Das Gesamtgewicht des Baumaterials kann auf über 100.000 Tonnen geschätzt werden. Ein großer Teil des Baumaterials wurde vom Festland eingeführt. Des weiteren stammte ein Teil der Bauhandwerker aus anderen Teilen Spaniens.


Die Vorbilder
Ein frühes Beispiel für ein geplantes Dorf, das nicht zum ständigen bewohnen sondern als Stimmungsbild mit "historischregionalen" Motiven entworfen wurde, entstand 1782 bis 1789 im Auftrag der Königin Marie-Antoniette im Park von Versailles bei Paris. Derartige Anlagen dienten in Landschaftsgärten dem Adel als Fantasiedörfer und Theaterkulissen, in denen er das "Landleben" der einfachen Bevölkerung nachspielte.
1929 war Barcelona Sitz der Weltausstellung. Hierfür entwarfen die Architekten Francesc Folguera und Ramon Reventos das Pueblo Español - das Spanische Dorf -, das noch heute eine der Touristenattraktionen Barcelonas ist und in dem typische Bauwerke Spaniens nachgebaut sind. Das Dorf liefert einen Überblick über die Verschiedenartigkeit der Bauweisen Spaniens.


Rundgang
Der Besucher kann auf eigene Faust durch das Dorf gehen oder der Nummerierung dieses Führers folgen, um alle Objekte zu sehen. Man betritt das Spanische Dorf durch das Bisagra-Tor aus Toledo (Plan-Nr. 1). Kaiser Karl V, zugleich Carlos 1. von Spanien, veranlaßte 1550 die Umgestaltung des Stadteingangs durch den Architekten Covarrubias im Renaissance-Stil und ließ den Doppeladler, das Wappen des spanischen Herrschers, in dessen Reich die Sonne niemals unterging, anbringen.
Nach dem Eingangstor gelangt der Besucher in den Innenhof des Palastes Carlos I. (Plan-Nr. 2), der im Dominikanerkloster San Pedro el Martir eingerichtet wurde und heute als Hospiz und Schule genutzt wird.
Hinter dem Bisagra-Tor mit seinen rückwärtigen Doppeltürmen gelangt man in den Innenteil des Spanischen Dorfes auf den Valdecaleros Platz. Gegenüber steht ein Haus aus Laguna (Teneriffa) (PlanNr. 3). Es handelt sich um die Nachbildung eines typischen Wohnhauses der Kanaren, das einen großen Holzbalkon besitzt.
Rechts neben der Treppe folgt das Colegio de los Infantes aus Toledo (Plan-Nr. 4), eine Schulgründung des Kardinals Siliceo, dem Lehrmeister Philips 11. von Spanien.
Die Treppe führt zur Einsiedelei Sant Antonio de la Florida aus Madrid (Plan-Nr. 5), das durch die Fresken Goyas im Inneren des Gotteshauses bekannt ist. Hier fand auch der weltbekannte Maler aus Aragonien seine letzte Ruhestätte. Die Kirche selbst ist ein Werk des Italieners Francesco Fontana im Barockstil.
Etwas versteckt rechts steht ein barocker Brunnen aus Valencia (Plan-Nr. 6). Direkt daneben befindet sich die Nachbildung des El-Greco-Hauses aus Toledo (Plan-Nr. 7), dem ehemaligen Wohnsitz des weltberühmten griechischen Künstlers Domenico Theotocupuli. Er hatte sich 1588 in der ehemaligen Hauptstadt Spaniens niedergelassen. Das Gebäude war im Besitz des Marquis de Villena und wurde im 14. Jahrhundert für Samuel Levi, dem jüdischen Schatzmeister Peters des Grausamen von Kastilien gebaut.

Anschließend erreicht der Besucher den Munarriz-Platz. Das Melibea-Haus (PlanNr. 8) ist ein weiteres Gebäude aus Toledo. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert. Hier wohnte der Schriftsteller Fernando de Rojas. Er schuf die Tragödie von Calixto und Melibea" , das erste große nationale Theaterwerk Spaniens. Die reiche Verzierung des Gebäudes wird in Spanien als Cisneros-Stil bezeichnet.
Dahinter folgt der Toledaner Palast der Familie Munirriz (Plan-Nr. 9) aus dem 18. Jahrhundert, der dem Architekten Alonso de Covarrubia zugeschrieben wird.
Die Backstein-Kirche von Torrabla de Ribota aus Calatayud (Saragossa) (Plan-Nr. 10) wurde 1367 auf Veranlassung des Bischofs von Tarazana im Mudejar-Stil errichtet. Dieser Baustil geht eine Mischung aus spanischen und maurischen Elementen ein. Die Kirche besitzt nur ein Schiff und darüber eine Galerie. Der Haupteingang ist eine Nachbildung der ehemaligen Kirche San Luis in Madrid.
Am Santa Maria-Platz steht auch der gotische Palast der Provinzial-Regierung Barcelonas (Plan-NL 11), der auch als Rathaus genutzt wird. Ihn schuf 1416 der Architekt March Cafout. Eine Brücke, die im Obergeschoß des Palastes endet, verbindet das Spanische Dorf mit dem Kongreß-Palast. Auf dem Platz vor dem Palast steht der Brunnen von Santa Maria aus Burgos (Plan-Nr. 12).

Entlang der "Stadtmauer" befinden sich in diesem Abschnitt des Spanischen Dorfes mehrere Verteidigungstürme, darunter Nachbildungen des Arias DavilaTurms aus Segovia (Plan-Nr. 13), eines Turms aus Katalonien (Plan-Nr. 14) und zweier Türme der Stadtmauer von Caceres (Plan-Nr. 15) sowie eines sechseckigen Turms (Plan-Nr.16), der für die Maurenzeit auf dem Festland typisch ist.
Der barocke Turm der Kirche von Santa Catalina aus Valencia (Plan-Nr. 17) dient dem Spanischen Dorf als weithin sichtbarer Glockenturm. Rechts neben dem Turm befindet sich eine Nachbildung des Eingangstors der Kirche. An den Turm schließt sich am Hauptplatz des Dorfes die Nachbildung des Rathauses der baskischen Gemeinde Vergara (Plan-Nr.18) an. Es ist ein typisches Beispiel für die zahlreichen Gemeindebauten im Baskenland.
Der Rundweg führt nun weiter entlang der Calle Mayor, der Hauptstraße. Rechts stehen die Häuser de las Aguilas aus Avila (Plan-Nr. 19) und von Dona Leonor de la Vega, der Mutter des Marquis von Santillana, aus Santillana de Mar (Santander) (Plan-Nr. 20), einem für Nordspanien typischen gotischen Bau.
Man folgt nun der rechten Seitengasse, der Calle de las Escuela (Schulstraße) und sieht ein typisches Haus aus Aranda del Duero (Burgos) (Plan-Nr. 21). Gleich anschließend am Fray-Luis de Leon-Platz stehen ein charakteristisches Haus aus Asturien (Plan-Nr. 22) und das Haus de los Hombrones (Plan-Nr. 23). Die Gebäude wurden exemplarisch ausgewählt, da zahlreiche ähnliche Bauten in den Regionen Kantabrien und Asturien anzutreffen sind. Gegenüber steht das alte Gefängnis von Segovia (Plan-Nr. 24), ein Werk Pedro de Brizuelas, dem Schöpfer der Kathedrale Segovias. Hier verbrachte der Poet Lope de Vega aufgrund eines Jugendstreichs einige Woche in Haft.
Das benachbarte Haus de los Maldonado aus Salamanca (Plan.-Nr. 25) aus dem 16. Jahrhundert ist ein tvpisches Beispiel für den Plateresken-Stil.

Gehen Sie nun die Treppen hinauf in die Calle del Mal Paso. Hier steht die Nachbildung eines Hauses aus Illescas (PlanNr. 26) bei Toledo. Unmittelbar hinter dem Gebäude befindet sich der Cervantinische Innenhof (Patio Cervantino). Es handelt sich um eine Erinnerung an das verschwundene Gasthaus.  Entlang der Calle del Mal Paso folgt nun die Kopie eines Gebäudes aus Esquivias bei Toledo (Plan-Nr. 27). Schließlich erreicht man den Plaza de Valmandum mit dem mächtigen Tor Ciudad Real (Plan-Nr. 28), eines der drei Stadttore Toledos, die in die La Mancha führen. Es wurde 1328 während der Herrschaft König Alfonsos XI. von Kastilien errichtet. Es zeigt eine Mischung maurischer und gotischer Stilelemente und gilt daher als ein Beispiel des Mudejar-Stils.
An der Ecke des Platzes steht das Haus der Säulen des Plaza Mayor von Bejar bei Salamanca (Plan-Nr. 29) mit Rundbogenarkaden im Erdgeschoß

Gegenüber sehen Sie den Nachbau von Santo Cristo de la Luz in Toledo (PlanNr. 30). Das Bauwerk wurde im 10. Jahrhundert als Moschee (Bab al Mardum) errichtet und später als Kirche weitergenutzt. Es ist eines der herausragenden Bauwerke der maurischen Epoche in Spanien.
Daneben steht das Haus del Rey Don Pedro (Plan-Nr. 31) gleichfalls aus Toledo. Die Wappen der Familie Ayala sind auf dieser Teilrekonstruktion sichtbar. Es folgt ein Gebäude im Renaissance-Stil aus Avila (Plan-Nr. 32).
Gegenüber stehen die Häuser des Plaza del Campo (Plan-Nr. 33) und des Plaza de Espana (Plan-Nr. 34) aus Lugo (Galizien) sowie das Haus von Dona Maria la Brava aus Salamanca (Plan Nr. 35). Auf der anderen Straßenseite sind Bauten aus Cuenca (Plan-Nr. 36) und Alava (Plan Nr. 37) zu sehen.
Wenige Schritte weiter unten stehen das Fachwerkhaus del Portalon aus Vitoria (Plan-Nr. 38) und ein Renaissance-Bau aus Avila (Plan-Nr. 39).

Der Rundgang führt nun in die schmale Straße rechts, die Calle de los Ninos Hermosos (zu deutsch: Straße der hübschen Jungen). Hier steht ein typisches Wohnhaus aus Puerta Real (Region Cadiz) (Plan-Nr. 40).
Gegenüber sind weitere Gebäude aus Südspanien zu sehen: aus Granada (PlanNr. 43), Jerez de la Frontera bei Cadiz (Plan-Nr. 44) und aus der Region Cadiz (Plan-Nr. 45 and 46). Auch die Häuser aus Puerto Real (Plan-Nr. 47) und Arcos de la Frontera (Plan-Nr. 48), dem Haus des Dean, liefern einen Eindruck über die Vielfältigkeit der Bauweise der verschiedenen Regionen Andalusiens.
In der Calle del Padre Fejoo sind drei kleine Museen untergebracht. Colos Puigcerver Hostenchs, ein Keramikkünstler aus Barcelona, zeigt anhand von 39 humorvollen Szenen die Geschichte der Balearen von der Urbevölkerung, den " Steinschleudermenschen", die die Inseln vor rund 7.000 Jahren bevölkerten, bis zur Neuzeit. Das "Historische Museum" ist im Pazo de San Jose de Vista Alegre in Tuy (Pontevedra) (Plan-Nr. 49) untergebracht. Daneben befindet sich das "Landwirtschaftsmuseum der Balearen".

Gegenüber befindet sich in einem typischen Haus aus Maluenda bei Saragossa (Plan-Nr. 52) das Insekten- und Schmetterlingsmuseum mit Ausstellungsstücken aus verschiedenen Kontinenten.
Am Luis-Vives-Platz stehen weitere interessante Bauten: ein barockes Haus aus Lugo (Plan-Nr. 53), ein Gebäude aus dem gotischen Viertel in Barcelona (Plan-Nr. 54) und ein romanisches Wohnhaus aus Tarrega (Lerida) (Plan-Nr. 55).
Platzbeherrschend ist der Muniesa-Palast aus Teruel (Plan-Nr. 56). Ein paar Schritte weiter neben der Placeta de los Naranjos, dem Platz der Orangenbäume, mit seinem Brunnen aus dem kleinen Kreuzgang des Zisterzienserklosters Poblet bei Tarragona (Plan-Nr. 57) sind ein Gebäude aus Granada (PlanNr. 58) und das Haus der Grafen von Luna aus Luna bei Saragossa (Plan-Nr. 59) nachgebaut. Ein Sohn dieser Adelsfamilie aus Aragonien war der bekannte spanische Gegenpapst Urban VI., der von Avignon nach Peniscola flüchten mußte.
Der Rundgang führt die steile Straße Calle de las Carretes entlang und rechts an den Häusern aus Corella (Navarra) (Plan-Nr. 60) und aus Carinena (Plan-Nr. 61), der Weinbauzone Aragoniens, sowie links am Palast de los Marqueses de Penaflor aus Ecija bei Sevilla (Plan-Nr. 62) aus dem 18. Jahrhundert vorbei.

Am Ende der Straße steht links der Torreon de la Virgen de la Guia aus Birihuega (Guadalajara) (Plan-Nr. 63). Von dort führt eine kleine Treppe zu einem versteckten Winkel des Dorfes. Vier Türme der Stadtmauer von Caceres (PlanNr. 64) waren die Vorbilder für diesen Abschnitt der Mauer des Spanischen Dorfes. Der Weg führt an vier für ihre Region typischen Häuser aus La Alberca (Salamanca) (Plan-Nr. 65), Cordoba (Plan-Nr. 66), Atienza bei Guadalajara (Plan-Nr. 67) und Ecija bei Sevilla (Plan-Nr. 68) vorbei. Aus letztgenannter Gemeinde stammt auch der Bogen des Benameji Palastes (Plan-Nr. 69), durch den man wieder auf eine Platzanlage gelangt.
Über das Capitel-Tor aus Badajoz (PlanNr. 70) erreichen Sie die verkleinerte Nachbildung des weltbekannten Turms, des Tome del Oro aus Sevilla (Plan-Nr. 71). Der untere Teil des Turms ist ein Überbleibsel aus maurischer Zeit. Der obere Teil wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt. Den Namen "Goldener Turm,, verdankt das Bauwerk dem goldähnlichen Glanz seiner Dachziegel. Zurück zur Straße kommen sie am Godoy Palast aus Caceres (Plan-Nr. 72) vorbei. Er war für Francisco de Godoy, einem Wegbegleiter des Eroberers Pizarro, erbaut worden. Gleich daneben steht ein Haus aus Segovia (Plan-Nr. 73). Nun befinden Sie sich wieder auf dem Plaza Mayor. Er ähnelt den großen Dorf und Stadtplätzen Kastiliens. Von den Laubengängen hat man einen guten Blick auf den Platz, auf dem sich das Alltagsleben, aber auch die Feste und Märkte in den spanischen Ortschaften abspielen. Die langgezogen Fassaden mit den Laufgängen sind Bauten aus Tempbleque, Navalcarnero und Chinchon (Plan-Nr. 74) entlehnt. Durch einen schmalen Durchlaß rechts neben der Gaststätte am unteren Teil des Plaza Mavor erreicht man den maurischen Bereich des Spanischen Dorfes. Vorbei am Patio de la Reja (Plan-Nr. 75), einer Frauenunterkunft aus der Maurenzeit, und dem Turm der Alhambra (Plan-Nr. 76), der den Namen Peinador de la Reina (Frisör der Königin) trägt, erreicht man den Thronsaal und den Patio de los Arravanes der weltberühmten Alhambra von Granada (Plan-Nr. 77) aus der maurischen Epoche Spaniens. Dieser Bereich des Spanischen Dorfes ist sicherlich der eindrucksvollste und am meisten fotografierte.

Über dem großen Saal erhebt sich der Torre de Comares (Plan-Nr. 78). An den reich mit maurischer Omamentik ausgestalteten Saal aus "Tausend und einer Nacht" schließt sich der Patio de la Cautiva (Plan-Nr. 79), der Innenhof der Gefangenen, an. Nach dem Garten folgen die maurischjüdischen Bäder von Baza in Granada (Plan-Nr. 80) und zwei weitere Bauten Granadas: die Loja (Plan-Nr. 82), die Alhama (Plan-Nr. 83) und der Patio de Ibn Zamrak (Plan-Nr. 81).
Das Eingangstor zum jüdischen Viertel von Sevilla (Plan-Nr. 84) beendet den Rundgang durch die maurische Zone des Dorfes. Anschließend erreicht man einen Platz, bei dem es sich um die Nachahmung des Plaza del Cristo de los Faroles aus Codoba handelt. Zu sehen sind die berühmte Kreuzfigur mit seinen Leuchtern (PlanNr. 85), das Hospital von San Jacinto (Plan-Nr. 87), das ehemalige Hospiz, und die Kapuzinerkirche (Plan-Nr. 86) sowie ein weiteres Haus der ehemaligen Stadt der Kalifen (Plan-Nr. 88).
Am selben Platz sind auch Motive aus Kastilien zu sehen. Die Weinschänke (Plan-Nr. 89) ist einer Kneipe der Jahrhundertwende aus Madrid entlehnt. Dahinter stehen der Ochavada-Turm (PlanNr. 90) und ein weiteres Stadttor Toledos (Plan-Nr. 91).
Vorbei an einem typischen Haus aus Alcala de Henares bei Madrid (Plan-Nr. 92) erreicht man wieder das Bisagrator (PlanNr. 1) und somit den Ein- bzw. Ausgang. Damit ist der Rundgang durch das Spanische Dorf abgeschlossen.

Der Kongreß-Palast
Der Kongreß-Palast von Palma wurde im neo-römisch bzw. neo-klassizistischen Stil errichtet und nimmt eine bebaute Fläche von etwa 7.000 Qudaratmetern ein.
Der Hauptsaal, im Stil einer römischen Basilika verwirklicht, bietet etwa 1.200 Personen Platz. Kleinere Säle für 50 bis 150 Besucher tragen die Namen berühmter Spanier: Trajan, Luis de Molina, Ramon Llull, Francisco de Vitoria und Fray Junipero Serra.
Hinter dem Hauptgebäude findet man ein Nachbildung eines römischen Amphietheaters, das dem römischen General aus Cadiz, Cornelius Balbus, gewidmet ist. Auf den halbkreisförmigen Zuschauerrängen finden rund 1.200 Zuschauer Platz. Die Arena ist bestens sowohl für Theater- als auch für Musikaufführungen geeignet.